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Amphibien neu

Warum der Laubfrosch Laubfrosch heißt

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Von der AG Begabtenförderung

Bernhard Hehmann von der AG „Natur und Umwelt“ in Hagen a.T.W. hat mit einigen Schülern einen  Fischteich mit Tunnel an der Holperdorperstraße in Gellenbeck besucht. Außerdem zeigte er ihnen ein Ersatzlaichgewässer, das die AG Natur und Umwelt extra angelegt hat, damit die Frösche nicht mehr über die stark befahrende Holperdorper Straße hüpfen müssen. Im Interview haben die Schüler den Amphibienexperten befragt.

 

Warum haben sie hier einen eigenen Teich angelegt?

Dieser Teich ist ein Ersatz-Gewässer für den Teich an der Holperdorferstraße. Wir haben deswegen an der Holperdorferstraße die Tiere abgefangen, hier zu diesem Teich gebracht und ihn dann eingezäunt, damit die Tiere nicht herauskonnten, dann haben sie hier gelaicht und die Jungtiere kommen immer hierhin zurück und müssen so nicht mehr über die Straße laufen.

 

Wie viele Eier legt ein Weibchen an einem Laich-Tag?

Sie legen nur an einem Tag im Jahr die Laichballen und das sind ungefähr 1000 Eier.

 

Und woran erkennen Sie das?

An den Laichballen. Grasfrösche legen Laichballen und eine Erdkröte legt Schnüre. Sie legt immer zwei Schnüre nebeneinander und verwickelt sie um irgendwelche Pflanzen unter Wasser.

 

Wo leben die Tiere im Winter?

Im Winter verstecken sie sich in der Erde in irgendwelchen kleinen Höhlen, oder unter einem Holzstapel im Laub. Die Wasserfrösche und Grasfrösche sind in dieser Jahreszeit unten im Schlamm. Sie verkriechen sich in den Schlamm hinein und überwintern dort, wo es nicht kalt ist.

 

Wie viele von den 1000 Eiern werden denn ein richtiger Frosch?

Vielleicht ein bis zwei, mehr nicht.

 

Und wodurch sterben die übrigen?

Sie haben ganz natürliche Feinde. Wenn hier zum Beispiel die Enten durchschwimmen, die mögen auch ganz gerne mal so einen Kaulquappen-Happen oder auch andere Vögel und Spitzmäuse, zum Beispiel die Wasserspitzmäuse, sie essen ganz gerne mal so etwas.

 

Wann gehen die Amphibien aus dem Wasser hinaus?

Es dauert ungefähr drei Monate vom Schlüpfen aus dem Ei bis die Tiere an Land gehen. Sie müssen die Kiemen und die Beine entwickelt haben, damit sie an Land gehen können.

 

Welche Amphibien gibt es sonst noch?

Also erst einmal den Grasfrosch und die Erdkröte. Dann gibt es die Molche, und zwar den Teichmolch, den Bergmolch und ganz selten ist der Fadenmolch. Er sieht so aus wie ein Teichmolch, hat aber hinten einen ganz kleinen Faden an seinem Schwanz. Und es gibt noch den Kammmolch, aber den habe auch ich hier noch nie gesehen.

 

Warum strengen Sie sich eigentlich so an, damit die Tiere hier überleben?

Damit auch in 50 Jahren noch Kinder eine Wanderung machen können und Froschlaich sehen können, sich Frösche angucken und Feuersalamander sehen können.

 

Wie funktioniert der „Amphibien-Tunnel“?

Das ist so eine Art Leitsystem. Die Kröten kommen hier am Weg entlanggelaufen, fallen dann eventuell in diesen Rost oder laufen gleich die Rinne entlang durch das Rohr auf die andere Seite. Dann ist da wieder eine Wand, an der sie entlanglaufen zu den Öffnungen, die unter der Straße entlang führen. Und so kommen sie ohne Schaden auf die andere Straßenseite, an der auch schon der Teich ist.

Wie viele Amphibien mussten pro Tag über diese Straße, bevor es dieses System mit dem Tunnel gab?

Nicht jeden Tag im Jahr. Aber im Frühjahr, nachdem die Tiere abgelaicht haben, sind es von Ende Februar bis Ende März ungefähr 1000 Tiere, die hinüberwandern müssen.

 

Woher wissen Sie das so genau?

Wir haben hier einen Zaun aufgebaut, und jeden Morgen musste jemand kommen um den Eimer zu kontrollieren und dann die Tiere zum Wasser zu bringen.

 

Wann überqueren die Tiere die Straße?

Immer im Frühling, wenn sie zurück zu ihren Laichgewässern wollen. Das ist immer ungefähr Ende Februar bis Anfang März .

 

Wie legen die Laubfrösche die Eier?

Laubfrösche legen auch Laichballen wie die Grasfrösche, aber kleiner – nur ungefähr 100 Eier.

 

Wie lange dauert es bis die Kaulquappen der Laubfrösche schlüpfen?

Zwei bis drei Wochen.

 

Warum heißt der Laubfrosch Laubfrosch?

Weil er gerne in Bäumen herumklettert und dann auf den Blättern sitzt.

 

Wie weit kann der Laubfrosch springen?

Er kann etwa 30 Zentimeter weit springen.

 

Leben die Laubfrösche einzeln oder in Gruppen?

Im Sommer leben sie einzeln und im Frühjahr kommen sie dann im Laichgebiet zusammen.