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Verpackungen– Sind die wirklich nötig oder können die weg? +++ Radiospot

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2 Grad Campus, WWFArnold Morascher(4)

Von Elisabeth Goebel

 

Klimaerwärmung, Zwei-Grad-Limit, Polschmelze, Korallensterben. Alles Begriffe, die fast jeder schon mal gehört hat. Ist auch kein Wunder, weil die Medien ja fast ununterbrochen darüber berichten. Ich persönlich interessiere mich schon länger für den Umweltschutz. Mit einigen anderen Schülern haben wir vor zwei  Jahren in der Klimabotschafter-AG an unserer Schule einen kleinen Umweltladen „Fairdinand der Ökostand“ gegründet und verkaufen seitdem regelmäßig in den Pausen fairgehandelte Pausensnacks und umweltfreundliche Schulmaterialien.

 

Aber ich wollte die gesamte Problematik noch aus einer anderen Perspektive betrachten können –  aus der Perspektive einer Forscherin. Über meinen Betreuer Dr. Tobias Romberg wurde ich auf den Zwei-Grad-Campus von WWF und der Robert-Bosch-Stiftung aufmerksam. Dieser Campus vereint MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), das Themengebiet Nachhaltigkeit und die Forschung. In drei Blöcken sollten sich 20 interessierte Jugendliche aus Deutschland treffen, um gemeinsam mit Forschern Möglichkeiten zu entwickeln, um das zwei-Grad-Limit, das Ende 2014 bei der Weltklimakonferenz in Paris beschlossen wurde, nicht zu überschreiten.

 

Nachdem ich den Bewerbungsprozess erfolgreich gemeistert habe, lernte ich in den Osterferien die 19 anderen Teilnehmer kennen. In diesem Block, der sich über eine Woche erstreckte, haben wir viel theoretischen Input in Form von Vorträgen an verschiedenen Instituten in und außerhalb von Berlin bekommen und wurden auf diese Weise auf die Praxisphase im Sommer vorbereitet. Am Ende des ersten Blocks mussten wir uns den Forschungsgebieten zuordnen, in denen wir im Sommer gemeinsam in Partneruniversitäten an einer Forschungsfrage arbeiten würden.

 

Zur Auswahl standen Energie, Mobilität, Gebäude und Ernährung, wobei ich mich letzterem zugeordnet habe. Gemeinsam mit drei weiteren Nachwuchforscherinnen traf ich mich also einige Monate später unweit von Berlin, in Eberswalde, wieder. Wir haben uns für das Thema Verpackungen entschieden. Warum? Ganz einfach: Egal ob Lebensmittel, Spielzeuge, Handys oder Kosmetikprodukte, alles ist eingepackt. Verpackungen werden in großen Fabriken produziert, verbrauchen Rohstoffe, landen nach der Verwendung meist im Müll oder, wenn es ganz schlecht läuft, in der Natur. Um die Rohstoffe zur Verfügung zu stellen, den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen und die Verpackung überhaupt erst herzustellen, werden Emissionen freigesetzt. Diese sorgen langfristig dafür, dass sich die Erde erwärmt. Deshalb haben wir uns die Forschungsfrage überlegt: „Welche Optionen haben Verbrauer und Verbraucherinnen, um bei der Verpackungswahl die Klimabilanz ihres Lebensmittelkonsums zu optimieren?“

 

Unterstützt wurden wir dabei von unserer Juniormentorin Rebecca, eine ehemalige Teilnehmerin, zwei Betreuerinnen vom WWF und von unserer wissenschaftlichen Mentorin Christina Tings. An der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde machten wir uns an die Arbeit, eine bereits abgeschlossene Online-Umfrage über das Verbraucherverhalten und unsere ausführliche Literaturrecherche zu den verschiedenen Verpackungsarten auszuwerten. Außerdem führten wir in Berlin Interviews mit Experten, die Unverpacktläden mitbegründet haben. Auch wenn Spontaneinkäufe durch das Prinzip von selbst mitgebrachten Behältnissen erschwert werden, sind wir uns einig, dass dies eine ziemlich gute Möglichkeit ist, um den Verpackungskonsum zu reduzieren.

 

Nachdem wir schon viele theoretische Hinweise bekommen haben, wollten wir selbst ausprobieren, wie und ob es möglich ist, verpackungsfrei zu kochen. Dafür bereiteten wir insgesamt acht verschiedene Rezepte zu, die wir aus Zutaten hergestellt haben, die wir verpackungsfrei besorgt haben. Unser Ergebnis aus diesem Experiment ist daher: Unverpackt kochen ist, auch wenn es mit etwas mehr Aufwand verbunden ist, möglich!

 

Um dieses Ergebnis zu präsentieren produzierten wir im Anschluss der Forschungsarbeiten einen sechs-minütigen Radiospot im ARD-Hauptstadtstudio. Dafür interviewten wir weitere Experten und geben den Zuhörer so unsere Tipps mit auf den Weg.

 

Um die Ergebnisse noch vor Experten vorzustellen, trafen wir uns im Herbst alle in Wuppertal wieder. Dort fand die finale Präsentation statt, bei der wir die Ergebnisse der halbjährigen Recherche- und Forschungsarbeit gebündelt vorgetragen haben.

 

Während der gesamten Zeit haben wir viele Eindrücke zum wissenschaftlichen Arbeiten gesammelt und bereits vorhandenes Wissen ergänzen können. Jetzt können wir mit gutem Gewissen sagen, dass eine unverpackte Ernährung möglich ist, doch weil diese meist mit deutlich mehr Aufwand ist, hilft auch eine gezieltere Verpackungswahl die Klimabilanz unseres Lebensmittelkonsums zu verbessern. Mehr Mehrweg als Einweg, Plastikverpackungen und Tetrapacks nach Möglichkeit vermeiden und auf Papier und Glas setzten. Indem wir auch auf kleine Dinge achten, können wir der Umwelt helfen und die CO2-Emissionen verringern.  Deshalb lautet mein Appell: „Helft mit, und schaut nicht weg!“


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