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Foto: Katrin Pohlmann

Post vom Oberbürgermeister

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Von Nina Strakeljahn

 

„Uns stinkt’s“: Unter dieser Überschrift berichtet der Werte- und Normenkurs des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in der aktuellen Ausgabe von mein HIMBEERgrün von seiner Recherche zum Thema Luftverschmutzung.

 

Die Schüler haben erfahren, dass Kopfschmerzen und Schwindel durch zu viel Stickstoffdioxid, kurz NO², in der Luft verursacht werden kann. Stickstoffdioxid entsteht bei der Verbrennung von Gas, Kohle und Öl – also besonders beim Autofahren und Heizen. Wird Stickstoffdioxid in einer höheren Konzentration (über 40 µg/m³) über einen längeren Zeitraum eingeatmet, kommt es zu gesundheitlichen Schäden. In Osnabrück liegt der NO²-Mittelwert 2016 am Schlosswall und am Neumarkt schon bei 47 µg/m³.

 

Jeder muss etwas tun

 

Trotzdem nehmen die Einwohner Osnabrücks lieber das Auto als das Fahrrad oder wenigstens den Bus, mussten die Schüler feststellen. Sie haben erkannt, dass jeder etwas tun muss, damit die Luft besser wird: Wir müssen mehr mit dem Fahrrad fahren, statt uns irgendwohin fahren zu lassen, und unsere Eltern überreden, weniger Auto zu fahren. Mehr Fahrrad zu fahren ist doppelt gesund: man bewegt sich und produziert kein NO².

 

Das Problem ist aber auch, dass es viele gefährliche Fahrradwege gibt. Deswegen haben die Schüler einen Brief an Oberbürgermeister Wolfgang Griesert geschrieben, in dem sie ihn darum bitten, die Fahrradwege in Osnabrück den Regeln der Straßenverkehrsordnung anzupassen.

 

So antwortet Wolfgang Griesert den Schülern

 

Die Antwort des Oberbürgermeisters an die Kinder erreichte die mein HIMBEERgrün-Redaktion erst, nachdem die Printausgabe schon in der Produktion war. Aber wie in der Ausgabe angekündigt, wird nun darüber berichtet.

 

Ausführlich beantwortet Wolfgang Griesert die Fragen der Kinder. „Ich finde es toll, dass ihr euch so ausführlich mit den Auswirkungen der Mobilität auf die Umwelt beschäftigt habt“, schreibt er. „Leider ist es trotz aller technischen Entwicklungen bei den Autos so, dass Autoverkehr die Luft in den Städten verschlechtert. Als Oberbürgermeister will ich gemeinsam mit dem Rat der Stadt Osnabrück und den Mitarbeiterin der Verwaltung dafür sorgen, dass die Menschen in Osnabrück gut und gesund leben können.“ Er betont, dass in vielen Wohngebieten, die Luftqualität gut sei. Vor allem in der Innenstadt und auf den Hauptverkehrsstraßen müsse man noch einiges tun.

 

Er gibt den Recherchen der Kinder recht, dass viele Menschen in Osnabrück mit dem Auto unterwegs sind und zitiert die Studie „SrV 2013 – Mobilität in Städten“. Danach legen die Osnabrücker fast die Hälfte aller Wege mit dem Auto zurück. „Radfahren ist eine gute Möglichkeit, in Osnabrück mobil zu sein“, schreibt Griesert.  „Eine stärkere Nutzung des Fahrrads , gerade im Alltagsverkehr, kann zur Lösung der Luft- und Lärmproblematik in Osnabrück beitragen.“ Er lobt auch die Vorschläge der Kinder: „Ihr habt viele Ideen genannt, wie man zum Radfahren motivieren kann, und ich werde sie gerne an meine Mitarbeiter weiter geben.“

 

Erschreckt, dass Kinder nicht zur Schule fahren dürfen

 

„Ich bin etwas erschreckt, zu lesen, dass viele Kinder nicht mit dem Rad zur Schule fahren dürfen, weil ihre Eltern das für zu gefährlich halten. Wir bemühen uns darum, die Straßen so zu gestalten, dass man sicher und mit Spaß Rad fahren kann.“ Großzügige Radfahrstreifen mit zwei Metern Breite auf der Fahrbahn, rote Aufstellflächen an den Ampeln, extra Stellflächen für linksabbiegende Radfahrer: So sähen gute Straßen für Radfahrer aus. Dafür müssen die Straßen aber komplett umgebaut werden und das kostet Geld. Doch weil Osnabrück nicht so viel Geld hat, ist ein Umbau aller Straßen zur Zeit nicht möglich, erklärt Griesert.

 

„Ich kann gut verstehen, dass ihr euch nicht wohl fühlt, wenn ihr an Hauptstraßen neben großen Lkw fahrt. Überlegt doch mal, ob es für eure Schulwege oder zum Sport nicht auch andere Straßen gibt, über die fahren könnt“, schlägt der Oberbürgermeister vor und verweist auf ein Projekt der Wittekind-Realschule, bei dem ältere Schüler die neuen Fünftklässler begleiten.